Nase

Viele Fischarten unternehmen Laichzüge in die Zubringer-Flüsse der Donau und der March – doch durch die Errichtung von Querbauwerken (Wehre, Kraftwerke) ist es, etwa für die Nase, heute oftmals nicht mehr möglich, ihre Laichplätze zu erreichen.

 

Merkmale

Körperlänge bis max. 60 cm. Während das Maul weit unterständig angesetzt ist (ein Merkmal für Bodenfische!), ist die Schnauze besonders vorragend, was ihr ein nasenartiges Aussehen verleiht. Die Fischart ist hochrückig, die markante Schnauze ist dunkel gefärbt.

 

Verbreitung

In schnell fließenden Gewässern wie Rhein, Donau, Isar mit Sand- und Kiesgrund in Mittel- und Osteuropa, in der Barben- und Äschenregion.

 

Gefährdung und Schutzstatus

In der niederösterreichischen Donau stellte die Nase in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts noch eine Massenart dar. Jedoch führten Verluste von Laichplätzen und Einstandsmöglichkeiten durch gewässerbauliche Maßnahmen (Querbauwerke, harter Uferverbau, Begradigung, Entkoppelung der Augewässer) zu einem deutlichen Rückgang der Bestände der Nase in vielen Flussabschnitten.

 

Lebensweise

Nasen bevorzugen in Flüssen schnell fließende Flachwasserstrecken und unternehmen als Schwarm gelegentlich Nahrungszüge in offene Altarme und Stauräume, wo sie Kleintiere und Algen vom Boden abweiden. Von März bis Mai laichen sie in Schwärmen auf flachen und stark überströmten Schotterbänken ab. Oft führen sie dabei als sogenannte Mittelstreckenwanderer ausgedehnte flussaufwärts gerichtete Laichwanderungen durch. Für die Larvenentwicklung benötigen sie wärmere, strömungsberuhigte Bereiche, zur Überwinterung tiefe, ruhige Bereiche - sogenannte Einstände.

 

Besonderes

Durch eine Verhinderung des Kraftwerkbaus Hainburg im Jahre 1984 wurde eine der letzten beiden freien Fließstrecken der österreichischen Donau erhalten. Strömungsliebende Fische wie die Nase finden dort wichtige, da rar gewordene geeignete Lebensräume vor. Dennoch steht es für sie nicht zum Besten. Zwar wurden im Nationalpark-Gebiet zahlreiche Revitalisierungsprojekte umgesetzt, doch es kommt in der freien Fließstrecke unterhalb von Wien durch den Sedimentrückhalt der Kraftwerke zu einer kontinuierlich fortschreitenden Eintiefung der Stromsohle und damit einhergehend zu einer schleichenden weiteren Entkoppelung der Augewässer. Durch die Schaffung von geeigneten Lebensräumen für alle Altersstadien der Nase in weiteren Renaturierungsprojekten und in Lösungsansätzen für eine Sohlstabilisierung ist zu hoffen, dass sich die Bestände erholen werden. Diese Maßnahmen nutzen dabei so gut wie allen Fluss-Fischarten!

 

Alpen Karpaten Fluss Korridor

Im Rahmen dieses Projektes soll eine für die Migration wichtige, unpassierbare Barriere im Unterlauf der Fischa aufgelöst werden. In Kombination mit kleinräumigen Maßnahmen (zB Schaffung von Laichplätzen) und der Revitalisierung des Mündungsbereiches soll so eine deutliche Verbesserung für die Nase und andere wandernde Fischarten erreicht werden.